Schulbeginn: Vorsicht, Kinder
Posted by: Mario Borri
Zum zweiten Mal hintereinander führt der TCS die Präventionskampagne mit dem Leitsatz «Luege | Brämse | Halte» durch. Der Schweizerische Nutzfahrzeugverband Astag und der Berufsverband Les Routiers Suisses unterstützen ebenfalls diese Initiative und bringen die Botschaft für erhöhte Sicherheit direkt auf die Strassen.
Nach den Sommerferien ist in Wohngegenden, an Schulen, Kindertagesstätten und öffentlichen Verkehrshaltestellen eine Veränderung der Verkehrslage zu beobachten. Kinder sind wieder häufig zu Fuß, mit Fahrrädern oder Trottinetts unterwegs, oft zur Hauptverkehrszeit. Viele von ihnen sind erst dabei, den Schulweg zu erlernen und sind leicht ablenkbar. Kinder haben außerdem Schwierigkeiten, Geschwindigkeiten und Entfernungen so präzise wie Erwachsene zu bewerten. Aus diesem Grund konzentriert sich die Kampagne 2026 auf das Thema «Brämse», um Fahrer dazu anzuregen, ihre Fahrgeschwindigkeit den gegebenen Bedingungen anzupassen.
Für Autofahrerinnen und Autofahrer heißt das, dass sie stets mit unvorhergesehenen Ereignissen rechnen müssen, besonders an Orten, an denen sich Kinder aufhalten könnten. Kinder könnten hinter parkierten Autos, Büschen oder anderen Hindernissen versteckt sein. Sie könnten plötzlich auf die Straße laufen oder unerwartet handeln. Unter diesen Umständen ist es nicht ausreichend, nur die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit zu beachten. Wichtiger ist es, potenzielle Gefahren rechtzeitig zu erkennen und angemessen zu reagieren.
Im Auftrag des Fonds für Verkehrssicherheit (FVS) organisiert der TCS seit 2025 die nationale Kampagne «Luege | Brämse | Halte», um die Sicherheit auf dem Schulweg zu erhöhen. Die Kampagne zielt darauf ab, Fahrzeuglenker zur Vorsicht gegenüber Kindern im Straßenverkehr zu bewegen. Im ersten Jahr lag der Fokus auf «Luege», mit einem speziellen Augenmerk auf die bewusste Wahrnehmung der Verkehrsumgebung. Seit diesem Sommer steht das Thema «Brämse» im Mittelpunkt.
Um die Bedeutung der Geschwindigkeit zu verdeutlichen, wird die Kampagne durch einen neuen interaktiven Test erweitert, bei dem Fahrzeuglenkende anhand typischer Verkehrssituationen selbst erfahren können, welchen Einfluss die Geschwindigkeit auf den Bremsweg hat. Das Tool illustriert, warum eine angepasste Geschwindigkeit gerade in Wohngebieten, nahe Schulen, bei ÖV-Haltestellen oder an schlecht einsehbaren Stellen essentiell ist.
Für das zweite Kampagnenjahr präsentiert der TCS neue Visuals und Kommunikationsmittel zum Thema «Brämse». Diese werden von Polizeikorps, Gemeinden und Schulen vor Ort eingesetzt, um Fahrzeuglenkende rechtzeitig vor Schulbeginn für das Thema zu sensibilisieren.
Die Ergebnisse des ersten Kampagnenjahres verdeutlichen die Effektivität des umfangreichen Partnernetzwerks: Gemeinden und Polizeikorps nutzten etwa 6'000 Plakatstandorte, setzten über 4000 Banner ein und verteilten über 90'000 Sensibilisierungsartikel im Rahmen von Aktionen an Fahrzeuglenkende. Zudem engagierten sich über 1000 Schulklassen in der Kampagne und kreierten rund 30'000 Duftfiguren, die Fahrzeuglenkende dazu anregen sollen, Kindern besondere Aufmerksamkeit zu widmen.
Ergänzend zur nationalen Kampagne startet der TCS die Aktion «Ich halte für jedes Kind ganz an». Diese wird in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Nutzfahrzeugverband ASTAG und dem Berufsverband Les Routiers Suisses auf Lastwagen landesweit umgesetzt. Die Fahrzeuge tragen mit Aufklebern und Beschriftungen in den Farben der Initiative die Botschaft direkt auf die Straßen.
Die Berufschauffeure leisten damit einen entscheidenden Beitrag dazu, alle Verkehrsteilnehmer für die Wichtigkeit einer vorsichtigen und angepassten Fahrweise in der Nähe von Kindern zu sensibilisieren.




