Fiat 500 Hybrid: Die Rückkehr des Cinquecento als Benziner
Posted by: Mario Borri
Fiat ergänzt die 500er-Familie wieder um einen Benziner. Der Fiat 500 Hybrid zeigt auf einer Testfahrt in Solothurn, wie viel Charme und Stadtflair auch im Cinquecento mit Verbrennungsmotor steckt.
Text: Mario Borri
Die Trauer der Fangemeinde war gross, als die thermische Version des Fiat 500 ab Sommer 2024 nicht mehr gebaut wurde. Neue Bestimmungen punkto Sicherheit und Datenschutz machten ihm den Garaus. Seither konnte man den ikonischen Stadtflitzer nur noch als Elektroversion 500e kaufen. Jetzt kehrt der Verbrennungsmotor im Fiat 500 zurück.
Kein Platz für ein Automatikgetriebe
Der 500 Hybrid basiert technisch auf der Elektroplattform – eine diffizile Ausgangslage. Die Entwickler standen vor der Aufgabe, den 1,0-Liter-Dreizylinder so zu integrieren, dass weder Platz noch Komfort für die Passagiere verloren gehen.
Das gelang weitgehend. Einziger Kompromiss: Für ein Automatikgetriebe reichte der Bauraum nicht. Der 500 Hybrid wird ausschliesslich mit einer 6-Gang-Handschaltung angeboten. Gerade im dichten Stadtverkehr mit häufigem Stop-and-Go kann das Kuppeln auf Dauer anstrengend sein. Zudem dürften sich jüngere Käufer schwertun, da viele Fahrschüler heute auf Automatikfahrzeugen lernen.
Stadtfahrt rund um Solothurn
Wir waren mit dem neuen 500 Hybrid in der Region Solothurn unterwegs. Die 65 PS des kleinen Benziners wirken auf dem Papier bescheiden, reichen im urbanen Alltag aber völlig aus. Der Wagen beschleunigt ausreichend flott für den Stadtverkehr und fühlt sich in engen Gassen besonders wohl.
Fiat gibt den Durchschnittsverbrauch mit 5,6 l/100 km an. Auf unserer Testrunde zeigte der Bordcomputer praktisch denselben Wert. Er fährt sich angenehm komfortabel, ist sehr wendig und bietet die wichtigsten Assistenzsysteme für den Alltag. So lässt sich entspannt und stilvoll durch die Stadt cruisen.
Wenig Platz, viel Persönlichkeit
Beim Raumangebot setzt die kompakte Karosserie klare Grenzen. Sitzt vorne ein Fahrer mit 1,85 m Körpergrösse wie der Testfahrer, bleibt dahinter kaum Beinfreiheit. Im Innenraum dominiert zwar Hartplastik, doch Fiat setzt gezielt charmante Akzente. Ein hübsches Detail ist die in die induktive Ladeschale integrierte Silhouette von Turin – eine Hommage an die Heimat von Fiat.
Preise und Positionierung
Der 500 Hybrid wird als klassische dreitürige Berlina und als Cabriolet angeboten. Später folgt eine 3+1-Version mit zusätzlicher Seitentüre, die den Einstieg nach hinten erleichtert. Zum Marktstart ist die Launch-Edition «Torino» ab 21’990 Franken erhältlich. Das Einstiegsmodell «Pop» kostet mindestens 19’900 Franken, die Topvariante «La Prima» startet bei 23’490 Franken.




